GEW
Kreis Böblingen, OV Herrenberg und Gärtringen
Verein „Gegen Vergessen-Für Demokratie“ Sektion Böblingen-Herrenberg-Tübingen
Prof. Dr. Utz
Jeggle (Tübingen) informiert über Entstehung und Geschichte von Flugplatz und
KZ-Außenlager Tailfingen-Hailfingen
Dienstag, 7. Mai 2002, 20 Uhr,
Bürgerhalle Gäufelden-Tailfingen
„Die Gemeinde Gäufelden will Material zu
diesem Militärflughafen sammeln und so einen Beitrag zu einer objektiven Bestandsaufnahme
und sachlichen Aufarbeitung der Geschehnisse leisten.
Die
bei der Ausstellung am 17./18.11. gezeigten Pläne und Luftaufnahmen sollen
später mit weiterem Material in einem Museum im Gebäude Hauptstraße 28
ausgestellt werden.“ (Verwaltung Gäufelden, November 2001)
„Der Aufbau der Sammlung soll nach
Darstellung von Bürgermeister Wolf auch belegen, dass in diesem Bereich kein KZ
existiert habe, sondern ein Arbeitslager mit Zwangsarbeitern, die v.a. aus
Polen stammten. Für ´eine kurze Zeit´ seien jüdische Häftlinge aus dem
französischen Lager Natzweiler ebenfalls als Arbeitskräfte für den Bau des
Flughafens im Lager gewesen.“ (Gäubote, November 2001)
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Tailfingen-Hailfingen: Außenlager des
Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof
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Eröffnung: |
Nach
dem 26.09.1944 |
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Schließung: |
18.04.1945
(letzte Erwähnung) |
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Deportationen: |
111
Kranke in das Außenlager Vaihingen; Mitte Februar wurde der größte Teil von
etwa 100 Gefangenen in das Außenlager Dautmergen überstellt, die restlichen
ebenfalls in Lager im Raum Balingen (Lager der "Gruppe Wüste"). |
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Häftlinge: |
600
Juden, die zuvor in den KZ Stutthof, Auschwitz und Natzweiler-Struthof
interniert waren. |
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Geschlecht: |
Männer
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Einsatz
der Häftlinge bei: |
OT-Bauleitung
Tübingen, Baustelle Hailfingen; Firma Franz Kirchhoff, Stuttgart, Fa. Gärtner
& Sohn, Fa. Härer, Fa. Mattes, Fa. Meyer |
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Art
der Arbeit: |
Bau
einer Startbahn, Straßen- und Gleisbau, Errichtung von Baracken und Hallen,
der größte Teil arbeitete in den Steinbrüchen Hailfingen und Reusten, Arbeit
in einer Schneiderei |
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Bemerkungen: |
Die
Häftlinge waren in einer Flugzeughalle auf dem Flugplatz untergebracht. Das
Außenkommando wies eine extrem hohe Todesrate auf. Die Häftlinge wurden in
einem erheblichen Umfang mißhandelt und ermordet. Obwohl "nur" 144
Tote registriert wurden, ergibt sich ausgehend von 600 Häftlingen, 111 nach
Vaihingen Überstellten und ca. 100 "Evakuierten", die Zahl von fast
400 Toten. |
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"Zwischen Tailfingen und Hailfingen bestand von
1937 bis 1945 ein Nachtjägerflugplatz, für dessen Erweiterung und
Instandsetzung ab 1941 zunächst
sowjetische Kriegsgefangene und dann griechische Zwangsarbeiter beschäftigt
wurden. Im Herbst 1944 wurde ein Außenkommando des KZs Natzweiler/ Elsaß
eingerichtet. 600 vor allem jüdische KZ-Häftlinge mussten hier unter
erbärmlichen Bedingungen, verschärft durch die Luftangriffe, arbeiten.... Mehr
als die Hälfte der Häftlinge (etwa 390) starb an Krankheiten, Unterernährung,
an Seuchen und der elenden Unterbringung. Teilweise wurden die Toten ins
Reutlinger Krematorium gebracht, teilweise auf dem Flughafengelände in einem
Massengrab verscharrt." (Vorländer, Herwart: Nationalsozialistische
Konzentrationslager im Dienst der totalen Kriegsführung, Stuttgart 1978)
v.i.S.d.P.
: Volker Mall, 71083 Herrenberg